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Hier finden Sie Neuigkeiten rund um die Projekte der Götz George Stiftung.

KUNST und CORONA - offizielle Hilfen

Seit Wochen hält uns das sich weltweit ausbreitende Corona-Virus in Atem. Die Wirtschaft – auch die Kulturwirtschaft – liegt am Boden. Verheerende Auswirkungen machen sich besonders in diesem Sektor bemerkbar. Die Folge sind von der Existenz bedrohte Künstler, wie z. B. Schauspieler am Theater, beim Film, Fernsehen, Funk und Synchron.
Um die Folgen dieser Krise abzumildern, leistet die Bundesregierung mit einem milliardenschweren Programm finanzielle Soforthilfe für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer, also für diejenigen, die entweder ein Unternehmen, z.B. ein kleines Theater, bis zu einer Mitarbeiterzahl von 5 Personen oder  als solo-selbstständige Unternehmer d.h. ohne Mitarbeiter, ihre eigene, weisungsunabhängige Produktion betreiben.  Die Soforthilfe dient der Sicherung der wirtschaftlichen Existenz und zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen, nicht der Abdeckung der Lebenshaltungskosten. Als Ergänzung hierzu kann Grundsicherung nach ALG II beantragt werden.
Mehr Informationen zum Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmer unter www.bundesregierung.de/hilfen-fuer-kuenstler-und-kreative-1732438

Für alle, die durch ihre Festanstellung die Möglichkeit eines Kurzarbeitergeldes in Anspruch nehmen können, ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig.

Grundsicherung:

Darüber hinaus hat der Gesetzgeber vorübergehend den Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende, aber auch für Kurzarbeiter und Selbstständige vereinfacht, um den Lebensunterhalt während der Corona-Krise zu sichern. Bei Anträgen auf Grundsicherung bis einschließlich dem 30.09.2020 findet eine Aussetzung der Vermögensprüfung für die jeweils ersten sechs Monate von Bewilligungszeiträumen statt. Das gilt jedoch nicht, wenn das Vermögen erheblich (über 60.000 Euro) ist. Unterkunft und Heizung werden in tatsächlicher Höhe anerkannt.
Der Antrag auf Grundsicherung kann formlos telefonisch, per E-Mail oder per Brief beim zuständigen Jobcenter gestellt werden. Allerdings ist der Weg zur Bewilligung der Grundsicherung oft nicht so problemlos, wie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales propagiert.

Ausfallvergütungen:

Im Rahmen der Corona-Krise ermöglicht das Kulturministerium seit dem 29.04.2020 den Kulturinstitutionen, Honorare für Engagements zu zahlen, die wegen der Corona-Krise entfallen. Diese Regelung gilt allerdings nur für Kultureinrichtungen und Projekte, die vom Bund bereits gefördert werden.
Voraussetzung ist, dass das Engagement bis zum Stichtag 15. März 2020 vereinbart wurde.  Die Vergütung sieht Ausfallhonorare zwischen 40-60 % des Nettogehaltes vor, die Obergrenze liegt bei 2.500 Euro.

Mehr Informationen finden Sie unter:
www.bundesregierung.de/hilfen-fuer-kuenstler-und-kreative-1732438

Stipendien:

Als Antwort auf die extrem bedrohte Situation der Künstler wurde im Juli vom Bund der Etat für Stipendien von 8,5 auf 52 Millionen Euro für den Zeitraum 2020 bis 2021 aufgestockt.
Die Stipendien gibt es für alle Sparten, sie sollen mehr als 1000 Euro pro Monat und Person betragen.
„Vor allem motivieren sie die Kreativen zur produktiven künstlerischen Tätigkeit“, so die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters.
Für Schauspieler z. B. fließen diese Gelder in den FOND DARSTELLENDE KÜNSTE.

Fond Darstellende Künste:

Der Fonds fördert im Auftrag der Bundesregierung die vielseitige Arbeit freischaffender KünstlerInnen in der frei produzierenden bundesdeutschen Szene der darstellenden Künste. Es werden experimentelle, interdisziplinäre und innovative Projekte unterstützt.

Aufgrund der Corona-Krise hat der Fonds Darstellende Künste zusätzlich das Programm #takecare ins Leben gerufen.

Mehr Informationen über Programm und Bedingungen finden Sie unter: www.fonds-daku.de

11. August 2020

Tagebucheintrag einer Schauspielerin

von Angela Roy

Ein Blick in den Kalender zeigt mir, dass ich im letzten Jahr um diese Zeit schon vier Filme gedreht hatte und mich in der fünften Produktion befand. Das war 2019. Aber jetzt haben wir Corona und nichts ist wie zuvor. Obwohl der Drehbetrieb langsam wieder anläuft und einige Theater öffnen, hat sich alles verändert. Es ist Ende Juli und alle meine Produktionen wurden abgesagt oder auf das nächste Jahr verschoben. Wie wird es wohl weitergehen? Wie werden wir im nächsten Jahr auf die Corona-Zeit zurückblicken? Werden wir diese Zwangspause genutzt haben, um nachzudenken? Ich hoffe sehr!!! Der Lockdown hat uns gezeigt, dass wir alle mehr oder weniger in einem Boot sitzen, voneinander abhängig sind und nur gemeinsam überfällige Veränderungen be-wältigen können.

Ein Virus zwingt uns zum Stillstand und alle müssen Alles neu überdenken. Und vielleicht ist es unsere letzte Chance, wer weiß… In jedem Fall SIND Veränderungen überfällig vom Klimawandel bis zur Gleichstellung. Gerade wir als Künstler haben die Aufgabe, ein Abbild der Gesellschaft zu zeigen, Visionen darzustellen, unbequem zu sein, Mut zu beweisen, als Vorbild für Veränderungen zu dienen. Nur wie wollen wir allein zur Gleichstellung von Frau und Mann beitragen, wenn in unserer angeblich aufgeklärten Kreativ-Branche Frauen immer noch deutlich weniger Gage und Hauptrollen bekommen und überhaupt gute Frauenrollen immer noch die Ausnahme sind, für ältere Schauspielerinnen sowieso.

Was für ein Weltbild projizieren wir denn da? Keines, dass der künstlerischen System-relevanz entspricht. Genauso fehlt es an gesellschaftlicher Vielfalt in der Summe der Produktionen. Die Realität ist da deutlich weiter. Es geht nicht um jung gegen alt, Frau gegen Mann, weiß gegen schwarz, arm gegen reich; es geht um das Miteinander auf Augenhöhe! Es ist beschämend, dass wir im Jahr 2020 immer noch über diese Selbstverständlichkeiten verhandeln müssen. Ich habe das Glück, zu den 5% aller Schauspieler zu gehören, die von ihrem Beruf leben können. Umso mehr, als ich eine Frau und alleinerziehende Mutter bin. 

Copyright: Mirjam Knickrehm

Doch in dem Maße, in dem ich mich über mein Glück diesbezüglich freue, bin ich beschämt in dem Wissen, dass es 95% der Kollegen nicht können. Und von diesen 95% trifft es die Frauen am Heftigsten und die älteren Schauspielerinnen noch heftiger. Hoffentlich nutzen wir den Lockdown, unseren Horizont zu erweitern, das Bewusstsein zu schärfen. Spätestens Corona zeigt uns, wir werden neue Wege gehen müssen für unser aller Fortbestand… Die Natur braucht uns Menschen nicht, aber wir brauchen die Natur zum Leben, zum Überleben! Und dazu brauchen wir auch die kreative Kunst.

Es gibt viel zu tun, packen wir es gemeinsam an!

Angela Roy, Schauspielerin

28. Juli 2020

SCHAUSPIEL TROTZ(T) CORONA

Künstler sind in Zeiten der Pandemie besonders von der Krise betroffen.
Es ist nicht absehbar, wann sich der Theatervorhang wieder hebt und alle Kameras wieder laufen.
Mit diesem Video-Projekt bietet die GÖTZ GEORGE STIFTUNG Schauspielerinnen und Schauspielern die Möglichkeit, kreativ zu sein und sie zu unterstützen.
Schauen Sie einfach mal rein! Wir freuen uns auf weitere Interessenten.

Klicken Sie hier, um zu den Videos zu gelangen:
www.goetz-george-stiftung.de/schauspiel-trotzt-corona

20. Juli 2020

Verabschiedung

Wir verabschieden uns von unserem Freund und großen Künstler Helmut Stauss.

Er war ein außergewöhnlicher Schauspieler und Regisseur. Wie kaum einer hat er verstanden, sein Publikum zu faszinieren, indem er es immer aufs Neue überraschte. Eine geniale Verbindung von Fleiß und Fantasie ließ ihn anders und besonders sein. Den ihm eigenen, trefflichen Humor und sein sicheres Gefühl für Situationskomik verfeinerte er durch akribisch studierte Spieltechniken etwa der Comedia del Arte, die er meisterhaft beherrschte.

Unter dem Pseudonym Teodoro Lim widmete sich Helmut Stauss in den letzten Jahren seiner zweiten Leidenschaft und wurde mit der Erschaffung des Protagonisten Comisario Pedro Casales, einer im Spanischen spielenden Kriminal-Buchreihe sowie Erzählungen und der seinem Enkel gewidmeten Autobiographie „Briefe an Mikka“ zu einem hoch gepriesenen Buchautor.

Helmut Stauss und Götz George verband eine langjährige private und berufliche Freundschaft. Über einen Zeitraum von mehr als 35 Jahren standen sie immer wieder gemeinsam auf den Bühnen diverser Theater-Tourneen und vor der Kamera („Schimanski“ und „GEORGE“).

Wir danken ihm für viele unvergessliche Momente und sind in Gedanken von Herzen bei seiner Familie.

Marika George, Tanja George, Christiane Waldbauer

Mehr zu Teodoro Lim finden Sie bei Amazon und über Facebook

01. Juli 2020

Unterstützung Kurzfilmprojekt der Film Universität Babelsberg

Ein Kurzbericht von Valentin Mack / Produktionsleiter „Smàre“

„ „Smàre“ ist ein Kurzfilmprojekt von Studierenden der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, in dem es um die schwindenden Kräfte eines alten Ehepaares in den Alpen geht.
Erzählt als Genrefilm ( Horror ) beleuchtet dieses kleine Alpenmärchen Anna und Paul, die abgeschieden in einer kleinen Hütte in den Bergen leben. Nach und nach treten seltsame Ereignisse ein und die Grenzen zwischen weltlichen Sorgen, Ängsten und dem Übernatürlichen beginnen, langsam zu verschwinden.

Wolfgang Hundegger, Hauptdarsteller und Anastasia Gavriola, Kamera
Wolfgang Hundegger, Hauptdarsteller und Valentin Wanker, Regie
Teamfoto Produktion „Smàre“

Regiestudent Valentin Wanker möchte mit diesem Film durch den abergläubischen Blick der Tiroler Folklore eine Liebe zwischen zwei schwindenden Menschen erzählen.

Die Götz George Stiftung ist für uns hierbei ein toller Partner, da wir mit zwei älteren Schauspielern aus der Region Tirol gedreht haben und ihnen somit ihre künstlerische Leistung adäquat vergüten konnten.“

20. März 2020

Kooperation mit der deutschen Filmakademie

Seit 2019 ist die Götz George Stiftung Fördermitglied der Deutschen Filmakademie e.V.. Diese Unterstützung ermöglicht der Deutschen Filmakademie e.V. Veranstaltungen zu organisieren, die u.a. SchauspielerInnen zum Dialog auffordern und ein passendes Umfeld bieten, ihre Arbeit zu reflektieren. Diese Räume können und sollen von allen genutzt werden, und geben gerade älteren SchaupielerInnen die Gelegenheit, aktiv an der Diskussion um die Kunst des Schauspiels teilzunehmen.

Maria Köpf und Anne Lappin, Geschäftsführerinnen Deutsche Filmakademie © Copyright Florian Liedel

Darüber hinaus versetzt die Unterstützung der Götz George Stiftung die Deutsche Filmakademie e.V. in die Lage, u.a. älteren SchauspielerInnen für eine gewisse Zeit bei dem Mitgliedsbeitrag entgegen zu kommen, was diesen Mitgliedern ermöglicht, ein Teil der Filmfamilie zu bleiben.

Wir sind der Götz George Stiftung sehr dankbar“ betont Anne Leppin, Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie e.V. und fügt hinzu: „gerade im Alter ist es für viele Filmschaffende besonders wichtig, einen Ort des Austauschen zu haben, und als Mitglied der Deutschen Filmakademie e.V. mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut zu sein, über die Nominierungen der KollegInnen mit abzustimmen.

Wir freuen uns außerdem sehr über das Engagement der Götz-George-Stiftung bei der Unterstützung des Filmnachwuchses im Rahmen von FIRST STEPS. Damit ist die Zusammenarbeit mit der Deutschen Filmakademie in dieser Form einzigartig und wir bedanken uns für die großartige Kooperation bei Marika George“, ergänzt Maria Köpf, ebenso Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie e.V..

05. Februar 2020

Wise Women's World

Eine Initiative von Amor Schumacher und Sonja Ortiz

Ein Interview-Projekt zur Wertschätzung und Wissensweitergabe unterstützt von Proquote film und der Götz George Stiftung
Je älter eine Frau wird, desto mehr sinkt ihr gesellschaftlicher Stellenwert. Doch das Wissen, welches alte Frauen mit sich tragen ist wertvoll und muss weitergegeben werden.

Amor Schumacher, Cornelia Heyse, Sonja Ortiz

Wir führen Interviews mit Frauen ab 60 Jahren – darunter zahlreiche Schauspielerinnen –​ die auf 90 Sekunden gekürzt in den sozialen Medien verbreitet werden, um eine möglichst große Anzahl von Menschen verschiedenster Generationen zu erreichen. Amor Schumacher ist Schauspielerin und Regisseurin aus Berlin. Mit einer starken, visuellen Form und minimalstem Dialog erschafft sie in ihren Filmen Welten, in denen man nie alleine ist und Horror und Humor immer um die Ecke luken.

Sonja Ortiz ist Schauspielerin und Filmemacherin aus Berlin. Ihr Kurzfilm “Supay” ist auf zahlreichen internationalen Filmfestivals zu sehen. 2018 wurde sie für die Regie-Masterclass von Werner Herzog in Peru ausgewählt. Eine Installation von bereits gedrehten Videos zeigen die Regisseurinnen während der Proquote Veranstaltung in der Akadamie der Künste am Pariser Platz.

21. Februar 2020

Demnächst - Neuer Workshop im Garn Theater

Aufgrund der Begeisterung der ersten Kooperation zwischen der GÖTZ GEORGE STIFTUNG, der Schauspielschule Starter und Adolfo Assor vom Garn Theater, in der der Austausch zwischen den Generationen sowie die Arbeit an Körper, Stimme und Improvisation auf der Theaterbühne thematisiert wurde, haben sich alle Beteiligten für einen erneuten Schauspiel-Workshop entschieden.
Adolfo Assor wird dann zum zweiten Mal die jungen Schauspielstudenten vor künstlerisch, kreative Aufgaben stellen.

30. Januar 2020

Workshop 2019