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Sonderausstellung in Duisburg zum 80. Geburtstag von Götz George Fans spendeten 500 Euro für die Stiftung ihres Idols

Ein Bericht von Dagmar Dahmen

„Duisburg-Ruhrort“ – so hieß der erste „Tatort“ mit den Kommissaren Horst Schimanski alias Götz George und Christian Thanner alias Eberhard Feik. Am 28. Juni 1981 feierte das Duo seine Premiere in der ARD und ist seitdem unvergessen. Für viele sogar unübertroffen und einzigartig. Kult! Häufiger Drehort der Serie war der Duisburger Hafenstadtteil Ruhrort. Im Jahr 2012 organisierte die Düsseldorfer Journalistin Dagmar Dahmen die erste „Schimmi-Tour“ mit DU Tours. Seitdem folgten rund 9.000 Fans den Spuren von Duisburgs TV-Kommissar: wo aß er seine erste Currywurst, wo rief er erstmals „Scheiße!“. Seit 2014 schlendern die Fans sogar durch die „Horst-Schimanski-Gasse“.
Auf Anregung von Dagmar Dahmen und Sabine Appelbaum organisierten zwei Künstler aus Bad Neuenahr im Frühjahr 2018 anlässlich des anstehenden 80. Geburtstages von Götz George die Sonderausstellung „Tatort Ruhrort – Schimmi goes Art“. Die Idee entstand nach einer klassischen „Schimmi-Tour mit Currywurst“, als die Künstlerin Appelbaum ihre Pop Art-Werke zum Thema „Tatort“ und „Schimanski“ präsentierte.

Im Rahmen der Ausstellung entstand die Idee, die Erlöse der Götz George Stiftung zu spenden. Schimmi-Fan Gilbert Götze präparierte dafür eine Felge von Schimmis Kultauto – einem Citroen CX – als Spardose. Fans und Ausstellungsbesucher spendeten 500 Euro!
Gilbert Götze ist seit Jahren stolzer Besitzer eines Citroen, der sogar von Götz George im März 2013 bei den Dreharbeiten zum letzten „Schimanski“ („Loverboy“) in Duisburg signiert wurde – genauer gesagt: auf der Rückseite einer Sonnenblende.

Bis Januar 2019 wurde die Sonderausstellung mit Werken von Kolja Senteur und Sabine Appelbaum im Hafenlager präsentiert. 13 Werke wurden erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Prominentester Besucher war „Tatort“-Regisseur Hajo Gies. Auch Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg hat es sich nicht nehmen lassen, vorbeizukommen. Insgesamt haben rund 3000 Gäste die Ausstellung besucht.

Im Gästebuch zur Schau sind immer wieder auch emotionale, persönliche Aussagen von Fans zu lesen. So schreibt beispielsweise Karin Blückelmann aus Dortmund: „Endlich eine große Würdigung eines der größten deutschen Schauspieler unserer Zeit! Letztendlich hat er doch dem Ruhrpott/Duisburg ein authentisches Gesicht gegeben…. Werde ihn immer verehren!“  Axel Schimanski meldete sich wie folgt zu Wort: „Du hast meine Jugend begleitet. Und den Namen brauchte ich nie wieder buchstabieren.“ Nicht zuletzt Sibylle und Thomas: „Nicht nur ein toller Schauspieler, sondern auch ein großartiger Mensch. Danke für alles!“  Die Ruhr-Nachrichten schrieben nach der Vernissage: „Starke Bilder eines starken Typen, präsentiert am Ort seines Wirkens: sehenswert!“

Die Ausstellung, gefördert vom Kulturbeirat der Stadt Duisburg, endete mit einer Finissage Ende Januar. Künstler Kolja Senteur ließ sein Bild „Schimmi in Orange“ als Schenkung vor Ort, so dass es weiterhin für Fans im Hafenlager zu sehen ist.

Auch die Sammelbox für die Götz George Stiftung wird weiterhin dort stehen bleiben – natürlich in ihrer ursprünglichen Version: einer Citroen CX-Felge!

Duisburg, April 2019

"Tatort Ruhrort" von Sabine Appelbaum
Sammelbox von Gilbert Götze
Regisseur Hajo Gies als Gast
Initiatorin Dagmar Dahmen mit „Schimmi goes Orange" von Kola Senteur
Kolja Senteur / Künstler, Thomas Krützberg / Kulturdezernent, Sabine Appelbaum / Künstlerin / Copyright DU Tours

Eine besondere Geste / Fam. Kirchhoff

Die Familie des im Juli 2020 verstorbenen ehemaligen Schauspielers Wolfgang Kirchhof hat sich gewünscht, statt Blumen und Kränzen zu seiner Beerdigung, der Götz George Stiftung eine Spende zukommen zu lassen.
In einem Zeitungs-Interview sagte er vor zwei Jahren: „In den 1960er Jahren habe ich an Theatern in Esslingen und Memmingen zum Ensemble gehört, mehrere Hauptrollen gespielt. Damals konnte man noch als Schauspieler von seiner Gage leben.“
Durch diese Erfahrungen und die tiefe Verbundenheit zum Beruf des Schauspielers entstand daher der Wunsch, der Götz George Stiftung diese Spenden zukommen zu lassen.
Die Stiftung spricht der Familie ihr aufrichtiges Beileid aus und bedankt sich herzlich bei allen Freunden und Verwandten, die dazu beigetragen haben, diese stattliche Summe für die Unterstützung älterer und bedürftiger Schauspieler – gerade in Corona-Zeiten – einsetzen zu können.

August 2020