KUNST UND CORONA

Kunst und Corona

Die Corona Pandemie hat unser Land weiter im Griff. Das Virus ist noch nicht besiegt und wird uns auch noch im Jahr 2021 beschäftigen. Die Krise in der Kulturwelt ist riesig – bedrohte Veranstaltungs- und Filmfirmen, Theater und Künstler stehen vor dem Aus. Deshalb erscheint es uns wichtig, nochmal auf einige öffentliche Hilfsmaßnahmen aufmerksam zu machen.

Überbrückungshilfe III

Dieser nicht rückzahlbare Fixkostenzuschuss schließt neben Unternehmen und Soloselbständigen erstmals auch die freiberuflich Beschäftigten, d.h. sowohl die unständig Beschäftigten wie auch die kurz befristet Beschäftigten mit ein. Diese Hilfe kann bis Ende Juni 2021 in Anspruch genommen werden, sofern kein Bezug von Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld besteht. Mit den am 5. Februar 2021 von der Bundesregierung verkündeten Neuerungen der Überbrückungshilfe III greifen diese auch rückwirkend für die Monate November und Dezember 2020. Anträge dazu können bis 30.April.2021 gestellt werden. Die Höhe der Hilfsgeldzahlungen richtet sich nach dem Umfang des Umsatzausfalls im Vergleich zu den Zeiten vor der Pandemie. Geltend gemacht werden können lediglich betriebliche Fixkosten.

Die neue Überbrückungshilfe III umfasst auch die sogenannte „Neustarthilfe“, sie betrifft diejenigen, die keine Fixkosten in der Überbrückungshilfe III geltend machen können, trotzdem aber hohe Umsatzeinbrüche zu verzeichnen haben, also hauptsächlich unständig und kurz befristet Beschäftigte der Darstellenden Künste. Sie können einmalig 50 Prozent des Umsatzes des Vorkrisenzeitraumes 2019, max. 7.500 Euro, erhalten. Die Neustarthilfe ist aufgrund ihrer Zweckbindung nicht auf Leistungen der Grundsicherung anzurechnen.

Beantragt werden kann diese Betriebskostenpauschale vom 16.02.2021 bis 31.08.2021 unter Nutzung des vom Finanzamt bekannten ELSTER-Zertifikats und ohne Beauftragung eines Steuerberaters über
https://direktantrag.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de. Der Service-Desk für Soloselbständige des Bundeswirtschaftsministeriums hilft unter folgender Nummer weiter: 030-1200 21034 (Servicezeiten Mo-Fr, 8-18 Uhr).

Weitere Informationen und Antragstellung:
www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/buerokratieabbau/ueberbrueckungshilfe-1841274
https://www.bffs.de/2021/02/06/die-corona-hilfe-fuer-freie-schauspielerinnen-kommt/

17. Februar 2021

Novemberhilfe / Dezemberhilfe:

Die Bundesregierung unterstützt mit dieser außerordentlichen Wirtschaftshilfe Unternehmen, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die direkt oder indirekt durch angeordnete Schließungen in der Corona-Pandemie betroffen sind. Der Zuschuss beträgt 75 Prozent des jeweiligen durchschnittlichen Umsatzes im November sowie im Dezember 2019.
Anträge auf November/Dezemberhilfe können bis zum 30. April 2021 unter
https://antragslogin.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/uservalidation/ gestellt werden. Der Antrag muss elektronisch durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater, eine Wirtschaftsprüferin oder einen Wirtschaftsprüfer eingereicht werden.

Soloselbständige können als Vergleichsumsatz alternativ den durchschnittlichen Monatsumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen. Sie sind bis zu einem Förderhöchstsatz von 5.000 Euro unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt, sofern sie bisher noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt haben. Als Voraussetzung hierfür benötigen sie ein ELSTER-Zertifikat. direktantrag.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de
(Zur Definition: Soloselbständige sind Unternehmer, die keine Mitarbeiter beschäftigen und ihre eigene weisungsunabhängige Produktion betreiben.)

Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit für durch die Corona-Krise in Not geratene KünstlerInnen und SchauspielerInnen aus dem Raum Frankfurt/Offenbach ist die „Kulturzeiterin“. Diese Spendenplattform verspricht ein schnelles und unkompliziertes Procedere, Übergangs-Soforthilfe von 500 € über www.kulturzeiterin.de zu beantragen. Allerdings muss möglicherweise der Zufluss einer derartigen Hilfsleistung bei der Grundsicherung angegeben werden.

Mehr Informationen zu weiteren Hilfen für Künstler und Kreative unter
www.bundesregierung.de/hilfen-fuer-kuenstler-und-kreative-1732438

Grundsicherung:

Darüber hinaus hat der Gesetzgeber vorübergehend den Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende, aber auch für Kurzarbeiter und Selbstständige vereinfacht, um den Lebensunterhalt während der Corona-Krise zu sichern. Bei Anträgen auf Grundsicherung bis einschließlich 31. Dezember 2021 findet eine Aussetzung der Vermögensprüfung für die ersten sechs Monate statt. Heizung und Miete werden in tatsächlicher Höhe anerkannt. Verwertbares Vermögen von über 60.000 Euro schließt eine Grundsicherung aus. Der Antrag auf Grundsicherung kann per Brief, Mail oder online auf der Website des Jobcenters gestellt werden. Allerdings ist der Weg zur Bewilligung der Grundsicherung oft nicht so problemlos, wie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales propagiert.

17. Februar 2021

Fond Darstellende Künste:

Der Fonds fördert im Auftrag der Bundesregierung die vielseitige Arbeit freischaffender KünstlerInnen in der frei produzierenden bundesdeutschen Szene der darstellenden Künste. Es werden experimentelle, interdisziplinäre und innovative Projekte unterstützt.
Aufgrund der Corona-Krise hat der Fonds Darstellende Künste zusätzlich das Programm #takecare ins Leben gerufen. Hier werden auch Stipendien für einzelne KünstlerInnen oder für Gruppen bis max. fünf Personen bis zu je 5.000 € vergeben. 

Mehr Informationen über Programm und Bedingungen finden Sie unter: www.fonds-daku.de

17. Februar 2021