FILM– UND THEATERPROJEKTE

DER DUFT VON FEIGEN / THE SCENT OF FIGS

Ein stiller Wintermorgen, an dem zwei Generationen einander wieder begegnen (Filmszene aus DER DUFT VON FEIGEN)

An einem Wintermorgen trifft Nalan ihren entfremdeten Vater. Zwischen Schweigen und Erinnerung entfaltet sich ein längst überfälliges Gespräch. Bei einem Spaziergang brechen sie das Schweigen über Schuld, Liebe und Kindheit. DER DUFT VON FEIGEN erzählt poetisch von Migrationstrauma, generationsübergreifendem Schweigen – und von der Kraft, es zu durchbrechen.

 

Die Filmemacherin und Schauspielerin Funda Rosenland widmet sich mit großer Sensibilität einem Kapitel deutsch-türkischer Geschichte, das bis heute nachwirkt. Ihr Film erinnert an die erste Generation der sogenannten Gastarbeiter:innen, die mit Hoffnung und Mut nach Deutschland kamen – und oft ein Leben lang zwischen zwei Welten blieben.

 

Der Kurzfilm wurde von Funda Rosenland, Razvan Pop, Daniil Stoma und Varya Popovkina produziert und wird derzeit auf internationalen Festivals eingereicht.

 

„Mit diesem Film möchte ich ein bedeutendes Stück Familien- und Zeitgeschichte erzählen – und sichtbar machen, was in Familien lange ungesagt blieb.“

— Funda Rosenland

 

DER WAL

Nach dem preisgekrönten Film THE WHALE von Darren Aronofsky, in dem Oscar-Preisträger Brendan Fraser die Hauptrolle spielte, übernimmt Torsten Münchow nun die Figur des Charlie in einer deutschsprachigen Inszenierung von Stephan Hoffmann. Bereits in der Filmversion hatte er Brendan Fraser seine markante Stimme geliehen – jetzt verkörpert er den zurückgezogen lebenden Charlie selbst auf der Bühne.


Die Deutschlandpremiere fand am 9. Oktober 2025 im Renaissance Theater Berlin statt und wurde mit Standing Ovations gefeiert.

 

Torsten Münchow

Daria Vivien Wolf, Torsten Münchow
Torsten Münchow, Iris Boss

DER WAL erzählt die Geschichte des schwerkranken und schwergewichtigen Charlie, der in seiner Wohnung „gestandet“ ist –  gefangen in seinem Körper, seiner Schuld und der Sehnsucht nach Versöhnung, während er dem eigenen Ende entgegen treibt. Der Titel spielt dabei nicht nur auf sein Äußeres an, sondern auf seinen inneren Zustand. Wie ein roter Faden zieht sich Herman Melvilles Moby Dick durch das Stück und spiegelt Charlies vergebliche Suche nach Halt und Nähe. Als Protagonist ist Torsten Münchow ein Glücksfall für die Produktion. Mit großer Sensibilität, feinem komödiantischem Talent und seiner unverwechselbaren Stimme verleiht er der Figur eine eindringliche Präsenz.

 

Vorstellungen im Renaissance Theater Berlin:


09.10.2025 – 19:30 Uhr (Premiere)
10.10.2025 – 19:30 Uhr
11.10.2025 – 19:30 Uhr
12.10.2025 – 18:00 Uhr

 

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Eine Produktion des EURO-STUDIO Landgraf in Kooperation mit TIM TAK International, Polen.

BILLIE

Mit BILLIE erzählt Filmemacherin Sheri Hagen die Geschichte zweier Frauen, die in widrigsten Lebensumständen um Selbstbestimmung und Würde ringen. Was als scheinbar banale Alltagssituation beginnt, entfaltet sich zu einem vielschichtigen Drama über häusliche Gewalt, die Kraft von Freundschaft und die Sehnsucht nach Freiheit. Hinter der Fassade des Alltags offenbart sich eine Realität, die Millionen betrifft. BILLIE vereint Schmerz und Humor, Leichtigkeit und Verzweiflung – und zeigt, wie nah sich Absurdität und existenzielle Notwendigkeit berühren.

 

Der Film ist weit mehr als die Geschichte zweier Frauen und Mütter – BILLIE ist ein Plädoyer für Freundschaft, Solidarität und den Mut zur Selbstbefreiung. Damit setzt Sheri Hagen ein klares Zeichen für Diversität im deutschen Film – und gegen das Schweigen über häusliche Gewalt.

 

BILLIE  feierte im Rahmen des Filmfest Hamburg Premiere. Nach dem Filmfest Hamburg ging es weiter nach Berlin – zur Berlin-Premiere auf dem Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES vom 29. Oktober bis 4. November 2025


Hier geht es zum Trailer >> 

Fotos: © Hardy Brackmann

„BILLIE ist ein Film, der auf natürliche Weise Humor und Schmerz vereint und dabei einen Teil unserer Realität widerspiegelt, der nicht ignoriert werden kann. BILLIE ist ein Empowerment und das nicht nur für alle Frauen.


BILLIE ist ein Film, der ohne die freundliche Unterstützung von MOIN FILMFÖRDERUNG HAMBURG SCHLESWIG-HOLSTEIN, der GÖTZ GEORGE STIFTUNG und Private Equity nicht möglich gewesen wäre. Ich möchte der GÖTZ GEORGE STIFTUNG sehr für diesen mutigen Schritt der Unterstützung danken – no risk no fun. Pro Diversität.“

Sheri Hagen / Regie, Drehbuch, Produktion

Kater der Zukunft

Theater, Parkinson und die Kunst des Betrugs

Spiel: Hans-Jörg Frey, Antonia Labs, Nica Heru / Text: Brigitte Helbling / Regie: Niklaus Helbling / Musik: Felix Huber / Choreographie: Swanhild Kruckelmann / Bühnenbild, Kostüme: Georg & Paul / Fotos: © Kerstin Schomburg

„Die freie Formation Mass & Fieber/OST und Hans-Jörg Frey, der Kater in KATER DER ZUKUNFT, gehen mit ihrem neuesten Projekt der Frage von Theater und Utopie, von Mut und Widerstand und den Unwägbarkeiten von Parkinson nach. Auf der Bühne begleitet wird der 73-jährige Schauspieler von zwei Ausnahmetalenten: Antonia Labs, 37, und Nica Heru, 26 Jahre alt. Zu dritt erkunden sie Peter Brook, gehen zum Arzt, betrügen die Nachbarn und besteigen das Matterhorn. Da ist definitiv Glamour im Spiel. Und ein kleines Glück, wie auch im Vorfeld schon, die Förderung der GÖTZ GEORGE STIFTUNG.
 
Ende 2024 nannte das Hamburger Abendblatt KATER DER ZUKUNFT eine der
„5 besten Inszenierungen des Jahres“.“

Brigitte Helbling / Autorin 

Die nächsten Vorstellungen finden am 02. und 03. Dezember 2025 im Kurtheater Baden statt.

Mehr über dieses Projekt erfahren Sie unter www.massundfieber.ch

Aus der Mitte gerissen

„Mit meinem Kurzfilm „Aus der Mitte gerissen“ möchte ich die Problematik von unnötigen Gebärmutterentfernungen eindringlich beleuchten. Havas Geschichte verdeutlicht die Machtlosigkeit und den Verlust von Autonomie, die eine Hysterektomie für eine junge Frau bedeuten kann. Der unerwartete Verlust der Gebärmutter raubt ihr nicht nur die Chance auf eine Schwangerschaft, sondern erschüttert ihr Selbstbild und ihre Identität.

Die Verarbeitung dieses Traumas stellt Hava vor enorme Herausforderungen.

Ihre Geschichte berührt zentrale Fragen nach Weiblichkeit, Identität und dem Umgang mit einem unwiderruflichen Verlust. Havas Geschichte ist ein Appell, die Hysterektomie nicht als Routineeingriff zu betrachten, sondern die weitreichenden Folgen für Frauen ernst zu nehmen.

Es ist wichtig, dass Frauen umfassend aufgeklärt werden und die Entscheidung für oder gegen eine Hysterektomie gut informiert und selbstbestimmt treffen können.“

Gonca de Haas / Drehbuchautorin

© Kameramann Chris Hirschhäuser
© Kameramann Chris Hirschhäuser
Der Kurzfilm wurdet auf diversen Festivals eingereicht und wird voraussichtlich im Herbst Weltpremiere feiern.

Mehr zu Gonca de Haas finden Sie unter:  goncadehaas.com

DER UTERUSKOMPLEX – EIN SCHAUPROZESS

Der Uteruskomplex – Ein Schauprozess basiert auf einer Reihe von Interviews mit Menschen, die direkt oder indirekt von den sogenannten Memminger Prozessen 1988 -1989 betroffen waren.
Im Zentrum des Stückes stehen die Erzählungen von Frauen, die vor Gericht über ihren Abbruch aussagen mussten, als auch von jenen, die in der heutigen Zeit Abbrüche in Deutschland durchlebten. 

Hierbei verbindet das Stück die persönlichen Geschichten mit dem juristischen und politischen Diskurs und zieht 152 Jahre nach der Einführung des §218 StGB Bilanz:

„Der Uteruskomplex – ein Schauprozess“ (© Tim Heidler)

„Der Uteruskomplex – Ein Schauprozess ist ein dokumentarischer Krimi über scheinbare Gleichberechtigung und Schwangerschaftsabbrüche im Schatten der juristischen Grauzone. Ich freue mich auf den weiteren Weg mit diesem Herzensprojekt und der GÖTZ GEORGE STIFTUNG.“

Marie Sophie Rautenberg, Schauspielerin und Autorin

Hier ist der Trailer zum Theaterprojekt. 

Franziska Kleinert, Marie Sophie Rautenberg, Bibiana Malay, Annalena Steiner. (© Novozen/Spremberg)
Franziska Kleinert und Bibiana Malay. (© Novozen/Spremberg)

VERGEHEN

„In gerade mal drei Wochen haben wir im März mit kleinem Budget und noch kleinerem Team einen historischen Kinofilm gedreht. Ich wollte unbedingt auf künstliches Licht verzichten und nur mit natürlichem Licht arbeiten. Das war ein heikles Vorhaben, aber es hat fantastisch funktioniert. Das entstandene Material ist wundervoll geworden. Das hat vor allem Dank des kongenialen Drehortes, des wunderbaren Teams und der herausragenden Schauspieler funktioniert.

Gleichzeitig hätten wir diesen Film ohne die Unterstützung der GÖTZ GEORGE STIFTUNG nicht stemmen können. Insofern fühle ich mich nicht nur geehrt, sondern bin auch sehr dankbar und freue mich unglaublich auf den anstehenden Schnitt des Filmes.“

Sandra Kaudelka / Co-Autorin, Regisseurin

 

Hier der Ausschnitt aus der ARD Mediathek >>

Frank Buchwald, Matthias Bundschuh, Katrin Heller, Sandra Kaudelka
Jan Peter Bremer / Autor Romanvorlage in der Rolle des Pfarrers
Hauptdarsteller und Autor Matthias Bundschuh und Walter Hess
Walter Hess
Matthias Bundschuh, Kameramann Albrecht von Grünhagen
Walter Hess

© alle Fotos: Sandra Kaudelka

QUIVER

Es ist eine wohlbekannte und nur allzu akzeptierte Tatsache, dass Frauen im Alter von 50-65 Jahren von der Leinwand verschwinden, nur um dann irgendwann als Beiwerk oder Großmütter wieder aufzutauchen. Obwohl sich die Ansprüche an Filme ändern, wird von Frauen heute erwartet, dass sie wahnsinnig unrealistische Schönheitsstandards erfüllen müssen, um relevant bleiben zu können. Früher verschwanden sie einfach, jetzt müssen sie sich still und leise überteuerten Eingriffen unterziehen, um überhaupt sichtbar zu bleiben. Ihnen wurde ein Raum gelassen, aber dieser Raum ist starr und völlig unemanzipiert. 

„Mein erster Kurzfilm WHEN THE TREES COME erzählt die Menstruation eines jungen Mädchens als mythologische Verwandlung statt als Fortsetzung eines Tabus oder eine Geschichte der Periode als Leiden. QUIVER erzählt wiederum die Wechseljahre als Beginn einer möglichen positiven Verwandlung. Und gleichzeitig geht es auch um den fehlenden Raum im Film, um diese Art der Metamorphose der Frauen feiern zu dürfen.

© Eli Böricke 

Als Geschichtenerzählerin fühle ich mich unter Druck, eine Kopie meiner konditionierten Vorbilder auf die Leinwand zu bringen, aber so würden wir weiterhin patriarchalische Formen von Geschichten hochhalten und ihnen Anerkennung zollen. 

QUIVER ist ein Prozess der Dekonstruktion dieser Art von Vorbildern und der Versuch, neue Spielräume zu eröffnen. Der Film arbeitet die fast universelle weibliche Konditionierung auf der Leinwand auf und wird zur Einladung, sich vorzustellen, wie die unerwartete Zukunft von Sandra, einer 50-jährigen Frau, weitergehen könnte.“


Regisseurin Berglind Prastardóttir 

GRÜNES LICHT

Seit 2021 kommen zahlreiche Geflüchtete aus Syrien, dem Irak, Iran, Jemen und Afghanistan über die polnisch-belarussische Grenze in Polen an. Die Regierung in Warschau hat entlang der rund 420 km langen Grenze einen Ausnahmezustand ausgerufen und ein Gesetz verabschiedet, welches sogenannte „Pushbacks“ von Geflüchteten ermöglicht. In der Sperrzone entlang der Grenze, verzweifelt, zitternd vor Nässe, Kälte und Erschöpfung irren die Flüchtlinge durch den polnischen Urwald, der zu einem Symbol von Leid und Kampf ums Überleben geworden ist.

Einige Einwohner der Sperrzone stellen grüne Lampen in ihre Fenster. Diese sollen Geflüchteten signalisieren, dass sie dort Hilfe finden können, ohne dass dabei die Behörden benachrichtigt werden.

 

Im Herbst 2021 folgt Samir, ein junger Geflüchteter aus Syrien, dem grünen Licht und taucht so im Garten einer polnisch-deutschen Familie auf, die in der Sperrzone wohnt. Die Bewohnerin kommt an die Grenze ihrer Hilfsbereitschaft, als der Flüchtende vor ihrer Haustür steht und die Tragödie ihren Lauf nimmt.

„Durch die Geschichte meines Heimatlandes erlebe ich die Tragödie der Menschenrechte-Misshandlung an der polnisch-belarussischen Grenze  und den völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine noch stärker und persönlicher und habe ein starkes und tiefes Bedürfnis, diese Themen auf die Bühne zu bringen. Ich verstehe die Theaterbühne als einen Ort, an dem man das Publikum zu einer kritischen Auseinandersetzung anregen und die tragische Dimension der Realität vor unserer Haustür emotional spürbar machen kann.“

Janusz Cichocki / Autor / Regisseur und Schauspieler

UNTERM TEPPICH

„Aus dem Nachlass meiner Mutter, die 2010 starb, erhielt ich einen Briefwechsel (ca.150 Briefe) meiner Eltern von 1945-1947. Sie waren hauptsächlich in Sütterlin geschrieben. Den ersten ließ ich mir von einer 93 Jahre alten Dame vorlesen und wusste sofort: ich will sie alle haben. So kannte ich meine Eltern nicht und das betraf mich nicht allein. Von meiner Regisseurin Dania Hohmann ermutigt, begaben wir uns auf eine „Reise“, die fünf Jahre dauern sollte. Die Briefe mussten transkribiert und in eine Reihenfolge gebracht werden. Eine Auswahl musste getroffen werden, Rechercheanträge an die Wehrmachtsauskunftsstelle und das Bundesarchiv gestellt werden. Begleittexte mussten geschrieben und alles in eine Form gebracht werden. 
Einen Sommer lang verbrachte ich mit Bergen von Papier, um Anträge auf Förderung für das Projekt zu stellen, aber niemand schien sich dafür zu interessieren. Der Blick auf Mitläufer und Weggucker, die dennoch auch Opfer waren, die ihre Not, Scham und Trauer zum Teil an die nächste Generation weitergegeben haben, ist heikel. Dennoch, wann immer wir davon erzählten, waren Menschen gebannt und eröffneten sich Gespräche über eigene Familiengeschichten. Wir sind eine kriegstraumatisierte Nation.
So ist diese Aufführung ein echtes Herzensprojekt und wurde mit der Hilfe engagierter Freunde realisiert. Unsere Portemonnaies blieben leer aber wundervolle Freundschaften sind entstanden. 
 
Tiefer, freundschaftlicher Dank geht an Georg&Paul, Bernadette Weber, Manuel Weber, Nanna Rohlfs, Michael Hammon und Reinhard Münster. Dank auch an meine Pianistin, Jenny Ribbat für ihre einfühlsame und zurückhaltende Klavierbegleitung sowie  an das Theater unterm Dach Berlin für Raum und Technik und Antje Landshoff-Ellermann für finanzielle Unterstützung.
Dass dieses Projekt nach dem Corona-Stillstand in Hamburg als Gastspiel aufgeführt werden konnte, verdanken wir dem Fleetstreet-Theater, dem St.Pauli-Theater und der finanziellen Zuwendung durch die GÖTZ GEORGE STIFTUNG.
Die Produktion steht für Gastspiele zur Verfügung.“ ILONA SCHULZ / Regisseurin, Autorin, Hauptdarstellerin 

PINOCCHIO FAKE NEWS

Wer einmal lügt, dem glaubt man mehr?

Gerüchte, Falschmeldungen und Propaganda verbreiten sich heute sekundenschnell. Gerade in Krisensituationen entfalten Gerüchte eine große Wirkung, vor allem, wenn sie zum gesellschaftlichen Gefühlsbild passen und in Faktenform auftauchen.

Mit diesem Problemen setzen sich Regisseur, Schauspieler und Autor Tayfun Bademsoy und sein Ensemble auseinander. In dieser interdisziplinären Inszenierung, die eine experimentelle Erarbeitung des Themas möglich macht, wird die Frage nach „Lüge und Wahrheit“ neu gestellt und mit theatralen Mitteln aus Sprache, Musik, Tanz, und Videokunst intensiviert.