Paten für den Nachwuchs. EIN „Come Together“ vor dem FIRST STEPS Award

PATEN FÜR DEN NACHWUCHS – EIN „COME TOGETHER“ VOR DEM FIRST STEPS AWARD

Anlässlich des FIRST STEPS Award 2022 fand erstmals im Vorhinein ein Treffen aller bisher und diesjährig Nominierten unseres Götz George Nachwuchspreises statt. So trafen sich am Sonntag  Banafshe Hourmazdi, Preisträgerin aus dem Jahr 2019 –  Zejhun Demirov – Gewinner 2018 – sowie die Nominierten aus den vergangenen Jahren Laura Balzer, Anna Suk, Jonathan Kwesi Aikins sowie Anne Ballschmieter, eine der Leiterinnen des FIRST STEPS Award zu einem COME TOGETHER im ROOM to Share in Berlin.

Die drei großartigen Schauspielerinnen, die in diesem Jahr ins Rennen um den dotierten Nachwuchspreis gingen, Pola Geiger, Johanna Kolberg und Nancy Mensah-Offei wurden von den Ehemaligen herzlich begrüßt.
Die GÖTZ GEORGE STIFTUNG hat in diesem Jahr gemeinsam mit den Verantwortlichen des FIRST STEPS Award ihr Konzept erweitert und entschieden, den Nominierten erstmalig so genannte PATEN an die Seite zu stellen.
Drei erfahrene Profis, die den jungen Talenten auch durch ihre Erfahrung aus dem Bereich  Synchron, Gesang und Agenturleitung als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und Fragen zum Branchenalltag beantworten können.
So werden die Schauspielerinnen Ilona Schulz, Anja Topf sowie der Schauspieler Tayfun Bademsoy auch nach dem FIRST STEPS Award den jungen Kolleginnen zur Seite stehen und ihnen Tipps und Hilfestellung auf ihrem weiteren Berufsweg geben.

Pola Geiger, Johanna Kolberg, Nancy Mensah-Offei

Ein gemütlicher Nachmittag in lockerer Atmosphäre mit produktivem Austausch und ein guter Startschuss zum
FIRST STEPS Award!

DEN GROSSEN BERICHT VOM FIRST STEPS AWARD LESEN SIE IN KÜRZE AUF DIESER SEITE1!

27.09.2022

© Fotos: Götz George Stiftung 

Tayfun Bademsoy, Anja Topf, Pola Geiger, Nancy Mensah-Offei
Nancy Mensah-Offei, Banafshe Hourmazdi
Anna Suk, Pola Geiger, Tayfun Bademsoy

Götz george Nachwuchspreis 2022

GÖTZ GEORGE NACHWUCHSPREIS 2022

Es ist wieder soweit! Am 26. September vergibt die Stiftung den GÖTZ GEORGE Nachwuchspreis im Rahmen des FIRST STEPS Award in Berlin.

Dieses Jahr sind drei großartige junge Schauspielerinnen nominiert:

POLA GEIGER (© Lana Legler)

POLA GEIGER, die 18-jährige in Warschau geborene Newcomerin verkörpert in ihrem ersten Langfilm „JESSY“ mit besonderem Spiel und authentischer Ausstrahlung die gleichnamige Titelheldin, deren Welt nicht nur durch die Pubertät, sondern auch durch die Rückkehr des für Jahre inhaftierten Vaters aus den Fugen gerät.

JOHANNA KOLBERG studierte an der Hochschule für Schauspiel Ernst Busch in Berlin und gastiert u. a. am Düsseldorfer Schauspielhaus. In dem Diplomfilm „FATIONA“ spielt sie Besiana, die bereut, ihre Tochter zur Adoption freigegeben zu haben. Mitreißend und körperlich spürbar spielt sie eine junge Mutter, die an ihrer eigenen Entscheidung verzweifelt.

JOHANNA KOLBERG (© Lana Legler)
NANCY MENSAH-OFFEI (© Lana Legler)

NANCY MENSAH-OFFEI studierte bis 2014 Schauspiel am Konservatorium Wien. Bereits für diverse Rollen im TV und Kino engagiert, spielt sie nun in dem Abschlussfilm “MACHINES OF LOVING GRACE“ die Rolle der Frances. Diese entwickelt die Software einer künstlichen Intelligenz. Vor allem die Szenen mit ihrem gesichtslosen, technischem Gegenüber zeugen von großer Reife und Authentizität, so die Jury.

Wir gratulieren drei tollen Jungschauspielerinnen und freuen uns sehr auf den FIRST STEPS Award am 26. September!

Den Bericht über die Verleihung lesen Sie nach der Veranstaltung auf dieser Seite.

29.08.2022

Gute Nachrichten für alle schauspielerinnen und Schauspieler!

Gute Nachrichten für alle Theaterschauspielerinnen und Schauspieler!

Nach langen, schwierigen Tarifverhandlungen haben sich der Deutsche Bühnenverein und die Gewerkschaften GDBA, VdO und der BFFS auf eine neue Mindestgage für Solobeschäftigte an deutschen Theatern geeinigt.

Demnach wird zum 1. Sept. 2022 die Mindestgage in zwei Stufen von derzeit 2000 Euro auf 2550 Euro und ab
1. Januar 2023 auf 2715 Euro erhöht.

Die Tarifparteien haben darüber hinaus festgelegt, die Mindestgage ab den Tarifrunden 2023/2024 anzupassen. Teil dieses Abschlusses ist auch die Einführung einer ebenfalls dynamisierten Beschäftigungszulage in Höhe von 200 Euro auf die Mindestgage zu Beginn der Spielzeit 2023/2024. Solobeschäftigte, die länger als zwei Jahre an Theatern, die dem Deutschen Bühnenverein angehören, gearbeitet haben, erhalten dann mindestens 2.915 Euro.

Ebenso erfahren die Gastgagen eine verbindliche Regelung und somit eine Erhöhung von ca. 35 Prozent.

Dieser Tarifabschluss vom Juni 2022 wirkt der negativen Entwicklung von Vergütungen in künstlerischen Beschäftigungsverhältnissen an deutschen Theatern entgegen und bedeutet einen wichtigen Schritt zu fairen Gagen für Schauspielerinnen und Schauspieler.

13.07.2022

CALLING! / Aufruf!

Aufruf an ukrainische Schauspielerinnen und Schauspieler in Deutschland!

Please find the English version below!

Liebe Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Ukraine!
Ein herzliches Willkommen in Deutschland!

Die GÖTZ GEORGE STIFTUNG ist fassungslos über das Leben und Existenz bedrohende Geschehen in der Ukraine.

Deshalb möchten wir gerne dabei behilflich sein, Ihnen die ersten künstlerischen Schritte in unserem Land zu erleichtern, Kontakte zu knüpfen und zum Austausch zwischen ukrainischen und in Deutschland ansässigen Künstlern beizutragen.

Zudem bieten wir im Rahmen der Satzung der GÖTZ GEORGE STIFTUNG älteren Schauspielerinnen und Schauspielern eine Plattform, auf der Sie uns erzählen können, was Sie bewegt und so Ihre Hoffnungen, Gedanken sowie die Kultur Ihrer Heimat näherbringen.

Jeder veröffentlichte Video-Beitrag auf unserer Website wird finanziell vergütet. Zögern Sie nicht, uns anzuschreiben unter kontakt@goetz-george-stiftung.de. Wir freuen uns auf Sie, Ihre Inspiration und eine interessante Zusammenarbeit.

Wir hoffen mit Ihnen auf ein baldiges und friedliches Ende des Krieges.
Die GÖTZ GEORGE STIFTUNG wünscht Ihnen von Herzen alles Gute!

English version

Dear actors from Ukraine!
We welcome you in Germany!

The GÖTZ GEORGE FOUNDATION is deeply shocked by the events in Ukraine, which threaten so many people’s lives and livelihoods.

We want to support you in establishing a creative life in Germany and to make the new contacts. We also want to facilitate the exchange between Ukrainian and German based artists.

In line with the GÖTZ GEORGE FOUNDATION charter, we want to offer older (Ukrainian) actors a platform where they can voice what moves them, and share with us their hopes, dreams and the culture of their homeland.

Every contribution published on our website will receive payment. Don’t hesitate to contact us on kontakt@goetz-george-stiftung.de. We are looking forward to hearing from you, meeting you and receiving your creative contributions.

Together with you, we hope for a swift and peaceful resolution of the war. 

The GÖTZ GEORGE FOUNDATION wishes you all the very best!

HTW WEBSITES NEWS

ERNEUTE ZUSAMMENARBEIT MIT DER HTW BERLIN

Nach der nunmehr zweiten erfolgreichen Zusammenarbeit im Sommer diesen Jahres mit den Studentinnen und Studenten der HOCHSCHULE FÜR TECHNIK UND WIRTSCHAFT unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Anna Riedel in Kooperation mit der GÖTZ GEORGE STIFTUNG, stehen wir nun voller Freude in den Startlöchern für das dritte gemeinsame Projekt dieser Art.  Die Vorbereitungen und Planungen für das anstehende Wintersemester 2022/23 laufen bereits auf Hochtouren. Wieder dürfen sich 20 Schauspielerinnen und Schauspieler freuen, eine eigene kostenlose Website zu erhalten, die ihre Präsenz im Internet stärkt und damit berufliche Chancen erhöht.

Berlin, 12. September 2022

KOOPERATION MIT DER HTW BERLIN

Prof. Dr. Anna Riedel, Professorin für digitales Business an der HOCHSCHULE FÜR WIRTSCHAFT UND TECHNIK (HTW) in Berlin und die GÖTZ GEORGE STIFTUNG sind eine interessante Kooperation eingegangen, die eine wertvolle Unterstützung für Schauspielerinnen und Schauspieler bedeutet.

Die Seminararbeit im Wintersemester 2021/22 im Rahmen des Studienprogramms der HTW beinhaltete eine Ausarbeitung von funktionellen Websites. Durch die Zusammenarbeit von Stiftung und Hochschule war es möglich, Schauspielerinnen und Schauspielern eine einmalige, kostenfreie Website-Erstellung als wirkungsvolle Präsentation für ihren Beruf und zugleich den angehenden BWLern eine ganz besondere Herausforderung anzubieten: sie mussten erstmals eine Website für Künstler erstellen, die sich in Zukunft im Netz und in der Realität beweisen muss.

In der Abschlusspräsentation des Seminars war dann eindrucksvoll zu erleben, welch technisches und analytisches Vorgehen, wieviel Recherchen und Vorarbeiten der Studenten vonnöten waren.

Gotthard Lange, Webseite erstellt von Paul Wellner
Ilona Schulz, Webseite erstellt von Jona Klein
Zejhun Demirov, Götz George Nachwuchspreis 2018, Webseite erstellt von Jonas Solty
Barbara Colceriu, Götz George Nachwuchspreis 2021, Webseite erstellt von Charlotte Plehn (Arbeitsversion)

Die Professorinnen der HTW profitierten ebenfalls von dieser Kooperation. Sie erhielten durch die von der Stiftung engagierte Berliner Schauspielerin Ines Bartholomäus ein unterstützendes Coaching für eine überzeugende Präsenz im Hörsaal.

Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Anna Riedel und ihren Studentinnen und Studenten für das zeitaufwendige Engagement und die kreative Umsetzung des Projektes.

Berlin, 19. März 2022

KUNST UND CORONA

Kunst und Corona

Die Corona Pandemie hat unser Land weiter im Griff. Das Virus ist noch nicht besiegt und wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Die Krise in der Kulturwelt ist riesig – bedrohte Veranstaltungs- und Filmfirmen, Theater und Künstler stehen vor dem Aus. Deshalb erscheint es uns wichtig, nochmal auf einige öffentliche Hilfsmaßnahmen aufmerksam zu machen.

Überbrückungshilfe IV

Aktuelle Informationen über www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de  

01. September 2022

 

Neustarthilfe 2022

Aktuelle Informationen über www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de 

01.September 2022

 

Grundsicherung

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie gilt nach wie vor der vereinfachte Zugang zu existenzsichernden Leistungen nach dem SGB II / SGB XII für Bewilligungszeiträume, die bis einschließlich 31.Dezember 2022 beginnen. In diesem Zeitraum ist die Vermögensprüfung ausgesetzt. Dabei ist unerheblich, ob erstmalig Leistungen beantragt werden oder ob es sich um einen Folgeantrag handelt. Heizung und Miete werden befristet in tatsächlicher Höhe anerkannt. Verwertbares Vermögen von über 60.000 Euro schließt eine Grundsicherung aus. Anträge zur Grundsicherung können per Brief, Mail oder online auf der Website der Agentur für Arbeit gestellt werden.

Mehr Informationen über www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung/

24.April 2022

 

Fonds Darstellende Künste:

Der Fonds fördert im Auftrag der Bundesregierung die vielseitige Arbeit freischaffender Künstlerinnen und Künstler in der frei produzierenden bundesdeutschen Szene der darstellenden Künste. Es werden experimentelle, interdisziplinäre und innovative Projekte unterstützt.
Um die Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern, wurden im Rahmen von NEUSTART KULTUR, dem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanzierten Rettungs- und Zukunftspaket für den Kultur- und Medienbereich, umfassende Fördermaßnahmen ins Leben gerufen.

Mehr Informationen zu den verschiedenen Programmlinien und Förderbedingungen unter: www.fonds-daku.de

17. Januar 2022

Pressemitteilung ALT

Pressemitteilung

Austausch unter Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern der Filmbranche –
Bei der ersten gemeinsamen Veranstaltung von der GÖTZ GEORGE STIFTUNG und Woman in Film & Television (WIFT Germany) in Kooperation mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) im Rahmen von HoF Plus der Hofer Filmtage wurde die Forderung unterstrichen: „Und bitte! Mehr Schauspielerinnen ab 50 in Kino, Streaming und Fernsehen“!

29. Oktober 2021 – Wie kann man im Kino, im Fernsehen und auf Streaming Plattformen die Wirklichkeit von Frauen über 50 realistischer als bisher abbilden? Wie können Frauenfiguren über 50 mehrschichtiger erzählt werden? Wie kann man erreichen, dass Schauspielerinnen über 50 weniger auf Alter und Herkunft, vor allem aber weniger auf ihr Aussehen reduziert werden? Und was braucht es, damit die meisten weiblichen Haupt- und Nebenrollen ab 50+ nicht überwiegend mit prominenten Schauspielerinnen besetzt werden, etwa weil man etliche Schauspielerinnen nicht mehr gesehen hat, da sie aufgrund zu weniger Rollenangebote nicht mehr besetzt wurden, oder weil die Quote im Vordergrund steht? Die Bandbreite an Inhalten, über die sich gestern auf der virtuellen Veranstaltung „Und bitte!“ Mehr Schauspielerinnen ab 50 in Kino, Streaming und Fernsehen“ Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus den verschiedenen Bereichen der Filmbranche austauschten, war groß. Dabei waren u.a.: Frank Tönsmann (WDR), Wolfgang Grundmann (ZDF), Nadja Malkewitz (RTL), Leslie Malton (BFFS), Anna Schöppe (HessenFilm), Petra Wagner (Drehbuch/Regie), Lars Becker (Drehbuch/Regie), Nina Haun (Casting), Zazie de Paris (Schauspiel), Ilknur Boyraz (Schauspiel), Adriana Altaras (Regie/Schauspiel) und Prof. Dr. Elizabeth Prommer. Letztere bot einen Einblick über die aktuellen Zahlen aus der Neuauflage der Studie zur audiovisuellen Diversität in Film und Fernsehen in Deutschland. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Marika George (GÖTZ GEORGE STIFTUNG), Catherine Lieser (WIFT GERMANY) und Leslie Malton (BFFS).

Obwohl inzwischen einiges in Bewegung ist, stand fest: Es muss sich noch viel ändern, um Schauspielerinnen über 50 in Kino, Streaming und Fernsehen zu sehen, sichtbarer zu machen und die Lebensrealität von Frauen angemessen darzustellen. Es dürfe nicht nur um die Quote und den potentiellen Marktwert einer Geschichte gehen. Gerade die öffentlich rechtlichen Sender, aber auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Branche trügen Verantwortung. Ihre Geschichten prägten die Selbstwahrnehmung ihres Publikums und somit unsere Gesellschaft. Leslie Malton (BFFS) befand aber auch: „Wir Schauspielerinnen sind auch in der Pflicht, auf das Problem aufmerksam zu machen. Wenn wir besetzt sind, können wir die Regisseurinnen und Regisseure dazu anregen, unsere Figur komplexer und differenzierter zu erzählen.“ Und sie ergänzte: „Geschichten müssen mehr auf Augenhöhe erzählt werden. Das beziehe ich auch auf unseren Umgang miteinander.“

Bewusstsein schaffen, Klischeedenken hinterfragen, neue Strukturen errichten wie etwa Checklisten anlegen, die helfen, Entscheidungen zu prüfen: Das wären die ersten wichtigen Schritte, um die oben genannten Ziele zu erreichen, waren sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Beginnen müsse man damit schon bei der Stoffentwicklung. „RTL Fiction etwa arbeitet schon seit einiger Zeit mit einem sogenannten Diversitäts-Assistenten“, berichtete Nadja Malkewitz. „Neben der Aufführung einer Reihe von Testverfahren hält der Assistent auch Checklisten für uns bereit. Diese sind nicht so zu verstehen, dass sie stoisch abgearbeitet werden, sondern bieten uns ein wichtiges Mittel der Reflexion. Dieses anhaltende Bewusstmachen empfinde ich gerade im laufenden Prozess als sehr wichtig.“ Denkbar wäre dies auch beim ZDF.
Redakteur Wolfgang Grundmann: „Es ist unsere Aufgabe, das gesamte gesellschaftliche Leben abzubilden und nicht nur einen Ausschnitt, der schön ist.“ Frank Tönsmann, WDR: „Das ist ein Bewusstseinsprozess, der beim WDR definitiv angekommen ist und an dessen Umsetzung wir schon seit längerem arbeiten. Natürlich achten wir dabei auf Parität.“ Elizabeth Prommer betonte: „Die Studie hat gezeigt, dass es dort, wo Leute mit Checklisten gearbeitet haben, zu positiven Änderungen kamen.“ Sie plädierte dafür, statt auf das Bauchgefühl zu hören, sich mit einer Checkliste noch einmal zu hinterfragen.

Drastisch äußerte sich Regisseur und Autor Lars Becker: „Diversität darf nicht als Thema begriffen und die Figuren nicht über Geschlecht, Sexualität, Herkunft und Religion legitimiert werden. Es braucht eine Normalisierung von Diversität, die mit Nachhaltigkeit erzählt wird.“

Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras‘ Forderung: „Lasst die 60-Jährigen auch tatsächlich von 60-Jährigen spielen!“ Schauspielerin Simone Wagner: „Es ist erstaunlich, wie häufig viele ältere Rollen von jüngeren Schauspielerinnen besetzt werden. Da mangelt es ganz offensichtlich an Mut. Folglich ist es kein Wunder, dass Frauen mit 50 Jahren den Druck haben, sie müssten wie 20-Jährige aussehen. Das Fernsehen lebt es ihnen vor, hat aber nichts mit unserer Lebensrealität zu tun.“ Von zwei Mut machenden Erlebnissen erzählten die Schauspielerinnen Zazie de Paris und Ilknur Boyraz. Zazie de Paris: „Eines Tages kam Liane Jessen vom HR auf mich zu und bot mir die Rolle der Fanny im Frankfurter ‚Tatort‘ an. Sie sagte: ‚Es kann doch nicht sein, dass Sie noch nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gespielt haben!‘“ Und Schauspielerin Ilknur Boyraz: „Kurz vor meinem 50. Geburtstag bekam ich ein Drehbuch für eine Hauptrolle, und ich dachte: Wow – was für ein schönes Geschenk und ein gutes Zeichen! Da geht noch was, da geht ganz viel. Vielleicht darf ich dann auch dann zum 70. Geburtstag die „Miss Marple“ spielen, die in einer Alterskommune auf Ibiza wohnt und schräge Hobbies hat, wie E- Gitarre spielen …“. Ihr Appell: mehr Netzwerke und Synergien zu bilden. Boyraz: „Auch wenn es sicher eine Weile dauert: Packen wir es an!“

„Und bitte! Mehr Schauspielerinnen ab 50 in Kino, Streaming und Fernsehen“ war die erste Zusammenarbeit der GÖTZ GEORGE STIFTUNG und des internationalen Businessnetzwerkes für Frauen in der Medienbranche (WIFT Germany) in Kooperation mit dem BFFS im Rahmen von Hof Plus der Hofer Filmtage. Moderiert wurden die Gesprächsrunden von Knut Elstermann, Cornelia Köhler (WIFT Germany), Sandra Willmann (BFFS) und Urs Spörri.

Beim „Tacheles-Talk“ von Hof Plus wurde die Diskussion im Rahmen der Hofer Filmtage fortgesetzt. Nach der Begrüßung durch Marika George (GÖTZ GEORGE STIFTUNG), Thorsten Schaumann (Hofer Filmtage) und Catherine Lieser (WIFT Germany) kamen die Schauspielerinnen Adriana Altaras, Anke Sevenich, Anna Brüggemann und Simone Wagner unter der Moderation von Cornelia Köhler (WIFT Germany) zu Wort. Die Diskussion wurde live gestreamt.

Pressekontakt: PR Agentur Deutz, Gitta Deutz, 0172 / 2079810, pr@presseagentur-deutz.de
www.pr-deutz.de

29. Oktober 2021